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Zoll I.

Falsche Luxusuhren und Jacken

Zoll greift Schmuggelware - Imitate für Privatgebrauch erlaubt

Die Schatzkammer liegt im Hinterhof des Hauptzollamtes in Frankfurt (Oder). In den beiden grauen Flachbauten lagert der Ertrag der Zollarbeit an der deutsch-polnischen Grenze. Bis unter die Decke türmen sich, mit Inventarnummern versehen, zahllose Schmuggelstücke, die von den Beamten abgegriffen wurden: Millionen Schmuggel-Zigaretten, Möbel, getürkte Markenware, Schnapsflaschen, Gemälde, ausgestopfte Tiere, Kruzifixe und Geschirr.

Insbesondere Zigarettenberge füllen die Räume. “Wir schreddern jede Woche", sagt Sonja Heinisch, die in der Asservatenkammer arbeitet. Vernichtet werden die für den schwarzen Markt bestimmten Zigaretten, wenn die Staatsanwaltschaft zugestimmt hat.

Falschprodukte aus Polen und Tschechien

Ein anderer Schwerpunkt der Zöllner ist die Markenpiraterie. Polen ist in der Statistik des Zollkriminalamtes Spitzenreiter bei den Herkunftsländern gefälschter Markenartikel. 1999 beschlagnahmten die Fahnder deutschlandweit Waren im Wert von 41,6 Millionen Mark. Aus Polen kamen davon 23 Prozent, gefolgt von Tschechien mit 16 Prozent und der Türkei mit zwölf Prozent.

Was wie eine schwere Luxus-Uhr wirkt, entpuppt sich als Leichtgewicht aus Blech. Ebenfalls nur nachgemacht sind Trikots von Bayern München, Sportschuhe, Gameboys oder Pokémon-Figuren. Mehr als 200 Firmen haben den Antrag auf Grenzbeschlagnahme gestellt, wenn der Verdacht der Produktpiraterie auftaucht. Auf diese Weise brachten die Zöllner im vergangenen Oktober 150 000 Paar Socken in die Asservatenkammer. Sichergestellt wurden auch 5 039 CDs, 3 176 Videos und 151 Uhren.

In der Regel wird die Ware vernichtet. Allerdings: "Für den persönlichen Gebrauch darf man Imitate im Ausland einkaufen", sagt Astrid Pinz, die Sprecherin des Hauptzollamtes.

Manche Stücke werden in der Asservatenkammer amtlich aufbewahrt, weil sie Beweismittel fürs Gericht sind. Ausgestopfte Tiere, die zu einer geschützten Art gehören könnten, bleiben solange, bis das Bundesamt für Naturschutz entschieden hat. Allein im vorigen Jahr wurden über 400 Kilogramm Schmuggel-Kaviar im Marktwert von 621 000 Mark konfisziert. Die Delikatesse stammte vom geschützten Beluga-Stör.

Die raffiniertesten Verstecke haben die Zigaretten-Schmuggler. Kürzlich musste Sonja Heinisch die Packungen aus Kohlensäcken herausklauben. "Wir sahen danach aus wie die Schornsteinfeger", sagt sie.

Besondere Zollvorschriften (laut dem Auswärtigen Amt)

Die Einfuhr von Waren zum persönlichen Verbrauch bis zu einem Gesamtwert von 6.000,- Kronen pro Person, darunter höchstens
- 200 Zigaretten oder 250 Gramm Tabak - 1 Liter Spirituosen
- 2 Liter Wein - 50 Gramm Parfum oder 0,25 Liter Eau de Toilette
ist zoll- und abgabenfrei. Gleiches gilt für Gegenstände zum persönlichen Gebrauch (z.B. Kleidung, Walkman, Radio) sowie zur Einreise benutzte Fahrzeuge. Diese müssen jedoch bei der Ausreise wieder ausgeführt werden. Bei der Wiedereinreise nach Deutschland sind die deutschen Zollvorschriften zu beachten.
Die Einfuhr von Devisen ist unbeschränkt, die Ausfuhr von Barmitteln bis zu einem Betrag von 200.000 Kr. möglich. Bei größeren Barbeträgen empfiehlt sich eine Anmeldung bei der Einreise.
Die Einfuhr von (Jagd-) Waffen ist nur mit entsprechender Genehmigung möglich. Diese ist bei der zuständigen tschechischen Auslandsvertretung in Deutschland zu beantragen, wobei in der Regel ein internationaler Jagd- sowie ein Waffenschein vorzuweisen sind

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